BIOGRAPHY
PIANIST
Anfänge und musikalische Prägung
Marlen Malaev wurde 1992 in Naltschik in Russland geboren. Anfang der neunziger Jahre emigrierte seine Familie nach Deutschland, wo er in Berlin aufwuchs. Im Alter von sieben Jahren begann er mit dem Klavierspiel bei Udine Martin. 2005 wurde er als Jungstudent am Julius-Stern-Institut der Universität der Künste Berlin in die Klasse von Stefan Lietz aufgenommen.
Akademischer und beruflicher Werdegang
Marlen Malaev studierte an der Hochschule für Musik Detmold bei Prof. Hartmut Schneider und Prof. Elena Margolina- Hait und erwarb dort den Bachelor of Music Performance im Jahr 2017 sowie den Bachelor of Music Klavierpädagogik im Jahr 2018.
Ein Auslandsjahr führte ihn an die Jerusalem Academy of Music and Dance in Israel zu Prof. Vadim Monastyrski.
Im Jahr 2021 schloss er den Master of Music Performance an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig bei Prof. Markus Tomas ab.
An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erwarb er den Master of Arts im Fach Klavierpädagogik mit Auszeichnung bei Prof. Albrecht Hartmann. Das anschließende künstlerische Aufbaustudium bei Prof. Albrecht Hartmann schloss er im Jahr 2025 mit dem Konzertexamen ab.
Während seiner gesamten akademischen Laufbahn war Marlen Malaev Stipendiat staatlich geförderter Begabtenförderungswerke. Parallel zum Studium war er als Musiklehrer an einem Gymnasium in Berlin tätig und unterrichtete am Konservatorium in Halle. Seit 2023 lebt er in Zürich, wo er eine Klavierklasse am Konservatorium Zürich leitet und Mitglied der European Piano Teachers Association Schweiz ist.
Künstlerische Laufbahn
Marlen Malaev erzielte bei nationalen und internationalen Wettbewerben zahlreiche Erfolge und wurde mehrfach mit ersten Preisen ausgezeichnet. Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ erhielt er sowohl als Solist als auch im Duo mit seinem Bruder einen ersten Preis. Darüber hinaus gewann er erste Preise sowie Sonderpreise für die beste Interpretation romantischer Werke, unter anderem von Franz Liszt.
Konzertengagements führten ihn als Solisten und Duopartner unter anderem in die Philharmonie Berlin, die Deutsche Oper Berlin, das Konzerthaus Berlin, den Admiralspalast, das Rote Rathaus Berlin und den Französischen Dom Berlin sowie in den Nicolaisaal Potsdam, das Konzerthaus Detmold und die Liederhalle Stuttgart. Internationale Auftritte führten ihn zudem in das Music Center Jerusalem.
In den Jahren 2017, 2020, 2021 und 2024 war Marlen Malaev sowohl solistisch als auch kammermusikalisch Teil des Kulturprogramms des Zentralrats der Juden in Deutschland und konzertierte deutschlandweit. Darüber hinaus wirkte er an Musikaufnahmen für das deutsche Fernsehen mit, unter anderem für Filmproduktionen mit klassischem Repertoire.
Meisterkurse und künstlerische Impulse
Weitere künstlerische Impulse erhielt Marlen Malaev in Unterrichtsstunden und Meisterkursen bei Prof. Jerome Rose, Prof. Georg Sava, Prof. Begoña Uriarte, Prof. Oleg Maisenberg, Prof. Klaus Hellwig, Prof. Hortense Cartier Bresson, Prof. Konrad Elser, Prof. Matti Raekallio, Prof. Lilya Zilberstein, Prof. Bernd Götzke, Prof. Grigory Gruzman, Prof. Anatoli Ugorski, Prof. Galina Iwanzowa und Prof. Christian Petersen.
Abschlüsse auf einen Blick
Bachelor of Music Performance
Bachelor of Music Klavierpädagogik
Master of Music Performance
Master of Arts Klavierpädagogik
Konzertexamen/Konzertdiplom
Künstlerisches Profil
„Das Klavierkonzert wurde von dem Pianisten Marlen Malaev glanzvoll belebt. Kraft und Schönheit der Melodie überwältigten die Zuhörer. Der Larghetto geriet zum Höhepunkt. Übermächtige Leidenschaft, dicht, intim sowie scheu und verhalten zugleich ließen sphärenhafte Klänge entstehen.“
Stuttgarter Zeitung, о Втором фортепианном концерте Фредерика Шопена в Штутгартской Лидерхалле
Stuttgarter Zeitung, about the Second Piano Concerto by Frédéric Chopin at the Stuttgart Liederhalle
Stuttgarter Zeitung, über das zweite Klavierkonzert von Frédéric Chopin in der Stuttgarter Liederhalle
Prägende Konzerterfahrungen
Grundsätzlich ist jedes Konzert für mich besonders. Wenn Menschen mir ihre Zeit schenken und sich auf das gemeinsame Hören einlassen, entsteht ein Moment von Konzentration und Vertrauen, den ich sehr wertschätze. Diese Aufmerksamkeit empfinde ich als große Verantwortung und zugleich als Privileg.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Uraufführung der Bearbeitung des ersten Klavierkonzerts von Franz Liszt in Es Dur für Streichquintett durch Cord Garben. Liszt zählt zu meinen zentralen Bezugspunkten innerhalb der Romantik, und für dieses Projekt von Cord Garben, einem vielfachen Grammy Preisträger, angefragt zu werden, war für mich eine große künstlerische Ehre.
Ein weiterer bewegender Moment war das Konzert anlässlich des 99. Geburtstags von Margot Friedländer, einer Holocaust Überlebenden, deren Persönlichkeit und Engagement für die Erinnerungskultur diesen Abend nachhaltig geprägt haben.
Unvergessen bleiben auch Auftritte vor dem deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier und seiner Frau sowie mein Debüt mit Orchester in der Stuttgarter Liederhalle mit dem f-Moll Klavierkonzert von Chopin.
Musikvermittlung und interdisziplinäre Projekte
Über die reine Konzerttätigkeit hinaus engagiere ich mich für Musikvermittlung. In einem Konzertprojekt spielte ich Mussorgskys Bilder einer Ausstellung, begleitet von Werken des Künstlers Robert Hehlke, die zu den musikalischen Bildern reale bildnerische Entsprechungen entwickelten.
Musik und Bild traten dabei in einen direkten, für das Publikum unmittelbar erfahrbaren Dialog.
Kammermusik
Neben meiner solistischen Tätigkeit widme ich mich intensiv der Kammermusik. Einen besonderen Platz nehmen die Duo Konzerte mit meinem Bruder, dem Geiger David Malaev, ein. Unser Zusammenspiel wird häufig als hingebungsvoll und interpretatorisch geschlossen beschrieben. Gemeinsam widmen wir uns vor allem der klassischen und romantischen Duoliteratur.
Darüber hinaus musiziere ich in einem Trio mit David Malaev und der Sängerin Angela Sarah Pape. In diesen Programmen verbinden wir klassische Werke mit jiddischen und hebräischen Liedern, auch bekannt als Klezmer Musik. Die besondere Wärme, Authentizität und kulturelle Tiefe dieser Konzerte liegen mir sehr am Herzen.
Pädagogisches Profil
Моё кредо: «Научиться петь пальцами»
My credo: “Learning to sing with the fingers”
Mein Crédo: „Mit den Fingern singen lernen“
An wen richtet sich Ihr Unterricht?
Der Klavierunterricht richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ein Unterrichtsbeginn ist bereits ab dem vierten Lebensjahr möglich. Der Unterricht findet im Einzelunterricht statt und wird individuell auf den jeweiligen Entwicklungsstand abgestimmt.
Der Unterricht ist ein Raum menschlicher Begegnung, geprägt von Respekt, Vertrauen und Offenheit. Besonders bei Kindern ist es mir wichtig, eine Lernumgebung zu schaffen, in der Entwicklung ohne Angst vor Fehlern möglich ist. Neben musikalischen Fähigkeiten werden auch Geduld, Ausdauer, Selbstdisziplin und die Freude an der Musik als lebensbegleitende Kraft vermittelt.
Was sind die grundlegenden Ziele Ihres Klavierunterrichts?
Das Klavier ist ein Schlaginstrument, und dennoch besteht das zentrale Ziel darin, mit den Fingern singen zu können. Klavierspielen bedeutet, innere Klangvorstellungen, emotionale Tiefe und individuelle Musikalität hörbar zu machen.
Da musikalischer Sinn nur über die Fantasie erfahrbar wird, ist die bewusste Förderung der musikalischen Vorstellungskraft ein wesentlicher Bestandteil meines Unterrichts. Eine überzeugende Interpretation entsteht aus dem Zusammenspiel von klanglicher Vorstellung, analytischem Verständnis und einer körperlich verankerten Spielpraxis.
Wie gestalten Sie den Unterricht konkret?
Klang, Technik und körperliche Wahrnehmung werden von Anfang an in meinem Unterricht miteinander verbunden und altersgerecht entwickelt. Repertoire und Arbeitsweise werden individuell gewählt und regelmäßig an die jeweilige Entwicklung angepasst. Ich arbeite sehr detailliert und nutze häufig Bilder, Metaphern und Geschichten, um musikalische Zusammenhänge verständlich und lebendig zu machen. Ein guter Lehrer ist für mich auch ein guter Geschichtenerzähler, der abstrakte Inhalte in innere Bilder übersetzt.
Zu Beginn orientiere ich mich für einen begrenzten Zeitraum an einer Klavierschule, in der Regel für etwa ein halbes bis ein Jahr. Diese Phase dient dazu, grundlegende Bewegungsabläufe, Klangvorstellungen und Orientierung auf der Tastatur sicher aufzubauen. Anschließend löse ich mich bewusst von einem festen Lehrwerk und wähle das Repertoire individuell aus der umfangreichen Klavierliteratur. Die Stücke werden so ausgewählt und angepasst, dass sie genau zum Entwicklungsstand des Kindes passen und sowohl musikalisch als auch technisch sinnvoll weiterführen.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist der gezielte Einsatz moderner Medien. Im Unterricht nehme ich bei Bedarf kurze Videos einzelner Sequenzen auf, die den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern als Orientierung für das Üben zu Hause dienen. Diese Aufnahmen ermöglichen ein ruhiges und nachvollziehbares Wiederholen der besprochenen Inhalte und unterstützen einen strukturierten Übeprozess zwischen den Stunden. Der bewusste Einsatz digitaler Mittel ist für mich kein Ersatz für musikalische Arbeit, sondern ein sinnvolles Werkzeug zur Vertiefung und Begleitung des Lernprozesses.
Welche Rolle spielt der Körper im Lernprozess?
Dem Körpergedächtnis kommt eine zentrale Bedeutung zu. Kinder wie Erwachsene greifen in Momenten emotionaler oder spielerischer Spannung instinktiv auf das zurück, was körperlich verankert ist. Bewegungsabläufe, Klangvorstellungen und musikalische Gesten, die im Körper organisiert sind, bleiben auch unter Druck abrufbar und geben Sicherheit.
Diese körperlich verankerte Arbeitsweise ist kein vorbereitender Schritt für später, sondern ein grundlegender Bestandteil des Musizierens selbst. Sie erleichtert den Erwerb technischer Fertigkeiten und unterstützt Phrasierung und musikalischen Ausdruck. Technik ist dabei niemals Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Verwirklichung musikalischer Ideen.
Wie verstehen Sie Förderung und Begabtenentwicklung?
Begabung verstehe ich nicht als festes Merkmal, sondern als Potenzial, das sich im Laufe der Zeit entfaltet. Förderung bedeutet, individuelle Lernwege zu entwickeln, Kinder weder zu überfordern noch zu unterfordern und ihnen einen stabilen Rahmen zu bieten.
Gerade der Anfangsunterricht erfordert besondere Sorgfalt, da hier grundlegende Haltungen Klangvorstellungen und Bewegungsmuster angelegt werden, die das spätere Spiel nachhaltig prägen. Ziel ist es, besondere Anlagen zu erkennen und behutsam zu entwickeln, immer in einem ausgewogenen Verhältnis von Anforderung und individueller Möglichkeit.
Welche Erfahrungen haben Ihre Schülerinnen und Schüler gemacht?
Ich habe langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf sehr unterschiedlichen musikalischen Entwicklungswegen. Schülerinnen und Schüler aus meinem Unterricht nehmen regelmäßig an Vorspielen, Projekten, Förderprogrammen und Wettbewerben teil. Einige von ihnen begleite ich über einen längeren Zeitraum sehr gezielt.
Dabei konnten meine Schüler:innen mehrfach Preise und Auszeichnungen erzielen, auch in jungem Alter. Diese Ergebnisse sind das Resultat einer kontinuierlichen und sorgfältigen Arbeit sowie einer langfristig angelegten Förderung. Zusätzlich begleite ich Jugendliche bei der Vorbereitung auf Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen.
Allen diesen Wegen ist gemeinsam, dass Entwicklung nicht an einzelnen Ergebnissen gemessen wird. Im Mittelpunkt stehen musikalische Reife, Selbstvertrauen und wachsende Eigenständigkeit.
Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit den Eltern?
Eine zentrale Aufgabe der Lehrperson liegt in der Einschätzung der Belastbarkeit des Kindes und in der Begleitung emotionaler Prozesse. Der kontinuierliche Austausch mit den Eltern ist daher unerlässlich. Realistische Zielsetzungen transparente Kommunikation und gemeinsames Reflektieren bilden die Grundlage für eine Förderung, die Kinder stärkt und ihnen ermöglicht, sich in ihrem eigenen Tempo zu entfalten. Zusammen bilden wir ein Team.
Wie gestalten Sie die Wettbewerbsvorbereitung?
Wettbewerbsvorbereitung ist eine besondere Form der musikalischen Arbeit und nicht zu jedem Zeitpunkt für jedes Kind sinnvoll. Sie setzt eine stabile Grundlage im Instrumentalspiel Freude an vertiefter Arbeit und eine gewisse innere Reife voraus. In gemeinsamen Gesprächen wird sorgfältig geprüft, ob und wann dieser Schritt passend ist.
Die Vorbereitung ist ein langfristiger Prozess und geht deutlich über eine wöchentliche Klavierstunde hinaus. Sie umfasst regelmäßige zusätzliche Treffen eine strukturierte Übepraxis und eine kontinuierliche Begleitung über einen längeren Zeitraum. Ziel ist nicht kurzfristige Leistungssteigerung, sondern die Entwicklung von Konzentration innerer Sicherheit und Selbstständigkeit.
Wettbewerbsvorbereitung ist immer Teamarbeit. Lehrperson Schüler und Eltern tragen gemeinsam Verantwortung.
Was bedeutet Klavierunterricht für Sie?
Klavierunterricht ist für mich immer Musikunterricht. Klavierspielen zu lernen heißt nicht in erster Linie, eine technische Fertigkeit zu erwerben, sondern einen Sinn für Musikalität zu entwickeln. Dazu gehören das Verstehen musikalischer Formen, Strukturen und Zusammenhänge ebenso wie die Fähigkeit, Klang innerlich zu hören und bewusst zu gestalten.
Musikunterricht muss daher ganzheitlich sein und sich konsequent an der individuellen Persönlichkeit der Schülerin oder des Schülers orientieren. Technik, Ästhetik und körperliche Wahrnehmung stehen in einem engen Zusammenhang. Der Körper wird von Beginn an bewusst in den Lernprozess einbezogen, da nur eine angemessene Haltung, Atmung und Bewegungsqualität einen freien, entspannten und tragfähigen Klang ermöglichen. Unterschiedliche musikalische Charaktere wie Ruhe, Spannung, Freude oder Überraschung können nur dann überzeugend gestaltet werden, wenn sie auch körperlich erlebt werden.
Bieten Sie auch Online-Klavierunterricht an?
Ja, ich unterrichte auch online. Seit der Zeit der Pandemie war ich gezwungen, neue Wege des Unterrichtens zu finden und mich intensiv mit dem Onlineformat auseinanderzusetzen. Aus dieser Notwendigkeit ist eine eigenständige und tragfähige Unterrichtsform entstanden. Onlineunterricht erfordert eine andere Perspektive als der Präsenzunterricht. Viele Dinge müssen präziser beschrieben, bewusster wahrgenommen und sprachlich klarer vermittelt werden. Gerade dadurch wird das Hören geschärft und die Eigenwahrnehmung der Schülerinnen und Schüler gestärkt.
Derzeit unterrichte ich mehrere Schüler:innen regelmäßig online, auch international. Diese Form des Unterrichts ist nicht weniger wertvoll als der Präsenzunterricht, sondern stellt eine andere Art des gemeinsamen Arbeitens dar. Sie eignet sich besonders für vertiefende musikalische Arbeit, langfristige Begleitung und für alle, die ortsunabhängig unterrichtet werden möchten.
Probestunde vereinbaren:
Eine Probestunde bietet Raum, den Unterricht in Ruhe kennenzulernen. Im gemeinsamen Arbeiten wird deutlich, wie wir musikalische Themen angehen werden und welche Formen der Begleitung sinnvoll und realistisch sind. Die Stunde ist offen gestaltet und orientiert sich an Deinen oder Ihren individuellen Voraussetzungen, Erfahrungen und Zielen.
